Bei einem umfangreichen Feldmonitoring von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Ein- und Zweifamilienhäusern) durch das Fraunhofer ISE zeigte sich unter anderem, dass die erreichte mittlere Effizienz der Geräte relativ hoch liegt. Für manche auf den ersten Blick wahrscheinlich sogar überraschend hoch bei der Wärmepumpe mit Vorlauftemperatur.
Hohe Vorlauftemperaturen nur selten notwendig
Bei der Auswertung der Messdaten gab es eine weitere Überraschung: die relativ niedrigen mittleren Vorlauftemperaturen. Nach vertiefter Analyse stieß das ISE auch auf die – oft generell als notwendig erachteten – hohen Vorlauftemperaturen. Allerdings nur an Tagen mit der kältesten Außentemperatur und nur bei einigen Wärmepumpensystemen. Diese Tage waren jedoch so selten, dass sie auf die Gesamteffizienz der Anlagen kaum Einfluss hatten.
Effizienz auch im Altbau – dank moderater Vorlauftemperaturen
Was Wärmepumpen im Altbau interessant macht: Selbst bei unsanierten Wohngebäuden mit alten Heizkörpern mussten Wärmepumpen in der Regel eine Vorlauftemperatur von lediglich ca. 55 °C erzielen, um eine angenehme Raumwärme zu gewährleisten.
Dieses Phänomen erklärt die Grafik unten:
- Je tiefer die Außentemperatur (auf der horizontalen Achse eingetragen), desto höher die Heizkreistemperatur (orange Linie).
- Gleichzeitig steigt die Effizienz der Wärmepumpe (grüne Linie).
- Entscheidend ist aber die blaue Fläche: Zu 75 bis 90 % wird die Heizwärme bei moderaten Außentemperaturen bereitgestellt – mit entsprechend niedrigen Vorlauftemperaturen und dadurch hoher Effizienz.