Bereits in den 1980er Jahren begann Godehard von Hoensbroech den einmaligen Schlosspark zu restaurieren, der das Schloss umgibt. Neben einem kleinen Waldbiotop erstrecken sich knapp 20 Kilometer Wallhecken in der Landwirtschaft. Sein Sohn Severin geht mit seiner Frau Anja noch einen Schritt weiter: Sie wollen verschiedene Wald-Weide-Systeme etablieren und natürliche Synergien nutzen. Hühner picken und scharren unter Obstbäumen und zwischen Walnussbäumen tauchen neuerdings lange Hörner auf: Seit kurzem können aufmerksame Besucher:innen schottische Hochlandrinder rund um das Schloss sehen: 15 Tiere pflegen und düngen nun die umliegenden Weiden. Eingebettet sind diese Maßnahmen in ein Agroforstprojekt, das auf insgesamt sieben Hektar ausgeweitet werden soll.
Zum Konzept gehört für Familie Hoensbroech auch, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Der Schlosspark mag auf den ersten Blick etwas wild aussehen – manche würden sogar sagen: ungepflegt. Doch dahinter steckt System:
Viele Leute waren zuerst sehr unglücklich. Sie dachten, wir lassen den Schlosspark verkommen. Sterile Parkanlagen gibt es zur Genüge. Wir finden einen naturnahen, lebendigen Park viel schöner – und die meisten unserer Besucher:innen mittlerweile auch.
Severin Hoensbroechs Traum von einem „Phantasialand für Nachhaltigkeit“ nimmt mit einem besonderen Förderprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene (BNErft) bereits Gestalt an. Biodiversität, gesunde Ernährung, ein lebendiger Boden – alles hängt miteinander zusammen. Die Stiftung lädt junge Menschen ein, diese Zusammenhänge gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis zu erforschen. Projektpartner der Bildungslandschaft für nachhaltiges Handeln ist das renommierte Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.