Zwei Personen in blau-roten Pullovern stehen in einem von Bäumen und Büschen umgebenen Außenbereich und hantieren an einem weißen Kasten (Wärmepumpe).

Wärmepumpe einstellen und effizienter heizen: So geht's

Wärmepumpen sind die effizienteste Art zu heizen. Mit einem Wirkungsgrad von 200 bis 500 % machen Sie aus jeder Kilowattstunde Strom 2 bis 5 Kilowattstunden Wärme. Zum Vergleich: Bei einer modernen Gasheizung liegt der Wirkungsgrad unter 100 %.

Wir zeigen euch, wie ihr eure Wärmepumpe einstellen und den Energieverbrauch so zusätzlich senken könnt – sowohl beim Heizen als auch bei der Versorgung mit Warmwasser. 

Inhalt

Wie kann ich meine Wärmepumpe-Einstellungen optimieren?

Damit eure Wärmepumpe effizient heizt, ist entscheidend, dass das gesamte System von Anfang an richtig geplant und ausgelegt wird. So sollten bereits vor der Installation ein paar Punkte durchgeführt bzw. berücksichtigt werden. Ebenso entscheidend sind die richtigen Einstellungen im laufenden Betrieb.

Vor der Installation

  • eine raumweise Heizlastberechnung 
  • die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe 
  • ein Flächenabgleich der Heizkörper in den einzelnen Räumen 
  • ein hydraulischer Abgleich zur Verteilung des Heizungswassers  
  • die Integration eines Pufferspeichers, der ein zu häufiges An- und Ausschalten der Wärmepumpe verhindert

Im laufenden Betrieb

  • Passt die Heizkurve zum jeweiligen Heizkreis? 
  • Sind Abschalt- und Grenztemperaturen richtig eingestellt? 
  • Ist der Bivalenzpunkt korrekt – also die Temperatur, ab der eine Zusatzheizung die Wärmepumpe unterstützen darf? 

Wärmepumpe einstellen: Wie verändere ich die Raumtemperatur?

Die Temperatur in einzelnen Räumen könnt ihr wie gewohnt am Thermostat hoch- oder herunterregeln. (Vorsicht: Bedient das Thermostat nicht übermäßig, wenn es einmal auf den richtigen Wert eingestellt wurde.)

Lässt sich die Temperatur so nicht beeinflussen, solltet ihr zunächst die Thermostate selbst und schließlich die Einstellungen direkt an der Wärmepumpe überprüfen: Wird die Außentemperatur korrekt angezeigt, ist der Anlagendruck im empfohlenen Bereich (für jedes Gebäude anders, aber meist zwischen 1,0 und 2,0 bar) – und wie sieht es mit Vorlauftemperatur und Heizkurve aus?

Was hat die Vorlauftemperatur damit zu tun, wie effizient meine Wärmepumpe heizt?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser aus der Pumpe in die Heizkörper oder die Fußbodenheizung fließt.  
Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Vorlauftemperatur ist, desto effizienter heizt die Wärmepumpe – und desto kleiner fällt eure Stromrechnung aus. Das liegt daran, dass sie bei niedrigen Außentemperaturen weniger „Antrieb“ braucht, um das Heizwasser zu erhitzen. Empfohlen wird eine maximale Vorlauftemperatur von 55 °C.

Mehr Infos zur Vorlauftemperatur bei Wärmepumpen haben wir euch in einem Blogartikel zusammengefasst.

Wie kann ich die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe einstellen?

Möchtet ihr eure Wärmepumpe einstellen, ist die Vorlauftemperatur wichtig. Die Vorlauftemperatur lässt sich nicht direkt ändern, sondern nur über die so genannte Heizkurve oder Heizkennlinie. Diese wird bei der Installation eingestellt und im Rahmen von Wärmepumpen-Wartungen überprüft und ggf. nachjustiert. Ihr könnt die Kurve aber auch selbst neu einstellen – zum Beispiel an den entsprechenden Bedienelementen oder in der App zur Wärmepumpe.

Eine Hand an einem Display.

Die Heizkurve könnt ihr über die Bedieneinheit eurer Wärmepumpe einstellen.

Kamerapersüektive über die Schulter einer Person in hellgrauem Pullover. Sie hält ein Smartphone in der Hand auf dem eine App eine Temperatur und Haus-Icon anzeigt. Im Hintergrund steht eine Wärmepumpe.

Wenn ihr eure Wärmepumpe über eine App bedienen könnt, ist es oft möglich, die Heizkurve dort einzustellen.

Was ist die Heizkurve und warum ist sie wichtig?

Die Heizkurve zeigt an, wie die Vorlauftemperatur und die Außentemperatur zusammenhängen. Je kälter es draußen ist, desto höher muss die Vorlauftemperatur sein, damit eure Wohlfühltemperatur erreicht wird. Die Heizkurve sorgt dafür, dass das automatisch passiert.

Die optimale Heizkurve ist stark davon abhängig, wie gut ein Haus gedämmt ist und welche Heizkörper verbaut sind. Das heißt, Ihr solltet eure Heizkurve immer zusammen mit einer Expertin oder einem Experten festlegen. Es gibt allerdings grobe Richtwerte zur Orientierung:

 Neigung der KurveBemerkung
Allgemein0,2 - 0,4Je flacher die Kurve, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe
Haus mit guter Dämmung bzw. Fußbodenheizung0,3 - 0,5Vorlauftemperatur kann sehr niedrig sein, Änderungen in kleinen Schritten und mit langen Testzeiten
Haus mit guter Dämmung bzw. Radiatoren1,0 - 1,2Höhere Vorlauftemperatur nötig
Weniger gut gedämmtes Haus mit Radiatoren1,4 - 1,6Hohe Wärmeverluste, steile Kurve ist erforderlich

Im Altbau oder in schlecht gedämmten Gebäuden ist die Heizkurve steiler, da eine Abkühlung der Außentemperatur eine größere Erhöhung der Vorlauftemperatur erfordert, um die Wohlfühltemperatur zu halten. Je flacher und niedriger die Heizkurve verläuft, desto besser für die Effizienz der Wärmepumpe. 

Wie wird die Heizkurve eingestellt?

Zum Anpassen der Heizkurve gibt es zwei Stellschrauben: die Neigung bzw. das Niveau (0,2 – 1,6) sowie der Start- oder Fußpunkt. Dies ist der unterste Wert der Heizkurve. Er wird bestimmt durch die voreingestellte Wunsch-Raumtemperatur von z.B. 20 °C.

Wie kann ich meine Wärmepumpe einstellen, wenn die Temperatur im Haus sinkt?

  1. Wenn es in den geheizten Räumen kälter wird, ohne dass ihr am Thermostat gedreht habt, hilft es oft, die Heizkörper zu entlüften. Denn wenn sich darin Luft ansammelt, stört das den Wasserfluss und führt zu einer schlechteren Wärmeverteilung – ein erster Schritt, bevor ihr eure Wärmepumpe weiter einstellen müsst.
  2. Ist es generell zu kalt (also im Winter und in den Übergangsmonaten) hilft es, den Startpunkt anzuheben und so die gesamte Heizkurve ein Stück nach oben zu verschieben. Das funktioniert auch andersherum. Wenn die Temperatur im Winter passt, ihr aber während der Übergangszeit (also im Frühling und Herbst) friert, müsst ihr zusätzlich die Neigung der Heizkurve ändern.

Wichtig: Führt Änderungen an der Heizkurve nur durch, wenn es draußen kalt ist – am besten 5 °C oder darunter. Zudem solltet ihr Neigung und Niveau immer nur einzeln und in kleinen Schritten anpassen und dem System genug Zeit (mindestens 24 Stunden) geben, die neue Justierung umzusetzen. Ein Protokoll hilft euch nachzuvollziehen, wie die Wärmepumpe reagiert, und die idealen Einstellungen festzuhalten. 

Zieht bei Fragen oder anhaltenden Problemen unbedingt den zuständigen Fachbetrieb zu Rate, der euch professionelle Unterstützung bietet. 

Unterscheiden sich die Einstellungen der Wärmepumpe bei Fußbodenheizung und normalen Heizkörpern?

Grundsätzlich kann die Wärmepumpe Flächenheizungen (wie etwa die Fußbodenheizung) effizienter versorgen als normale Heizkörper. Die benötigten Vorlauftemperaturen sind also bei Flächenheizungen meist geringer, was sich auch in der Heizkurve zeigt.

Ein Mann steht in einer Küche und hält sich mit einer Hand ein Telefon ans Ohr, während er mit der anderen Hand Notizen auf einem Notizblock öffnet.

Noch keine Wärmepumpe?

Lasst euch von uns beraten und auf Wunsch bis zur installierten Wärmepumpe begleiten. Unsere Expert:innen zeigen euch, wie viel ihr in eurem Zuhause sparen können und sorgen von Anfang an für die perfekte Auslegung und Einstellung eurer Heizungsanlage.

Zur Wärmepumpen-Beratung

Fazit: Wärmepumpe richtig einstellen und das Maximum herausholen

Jedes Haus ist anders – darum muss auch jede Wärmepumpe individuell geplant, ausgelegt und eingestellt werden. Denn am effizientesten heizt ihr, wenn von Anfang an alles gut zusammenpasst. Darüber hinaus gibt es ein paar Faustregeln, die ihr beachten könnt:  

  • Die Heizkurve entscheidet über Effizienz und Komfort: Je flacher sie eingestellt ist, desto sparsamer läuft eure Anlage. 
  • Ein hydraulischer Abgleich, entlüftete Heizkörper und richtig eingestellte Thermostate sind die Basis für gleichmäßige Temperaturen und Wärmeverteilung. 
  • Die Vorlauftemperatur sollte so niedrig wie möglich sein und am besten bei unter 55 °C liegen. 

Noch ein Tipp: Wenn ihr eure Heizungsanlage neu einstellen wollt oder unsicher seid, ob alles richtig funktioniert, holt euch Unterstützung von Fachleuten. 

FAQ – Häufige Fragen zum Einstellen der Wärmepumpe

Was ist die Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe?

Als Vorlauftemperatur wird die Temperatur bezeichnet, mit der das Heizwasser aus der Pumpe in die Heizkörper fließt. Sie ist der Schlüssel zur Effizienz der Wärmepumpe: Je niedriger sie ist, desto weniger Strom wird benötigt – und desto geringer sind die Energiekosten. 

In welchen Gebäuden ist eine Wärmepumpe sinnvoll?

Am effizientesten arbeiten Wärmepumpen (wie jedes Heizsystem) in neuen, gut gedämmten Häusern mit Flächenheizung. Das heißt aber nicht, dass ihr in Bestandsgebäuden (z.B. Altbauten) keine Wärmepumpe einbauen solltet. Die Wärmepumpe erreicht hohe Effizienzwerte, wenn sie von Anfang an richtig und zum Gebäude passend eingestellt wird. Das zeigt unter anderem eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts.

Wie kann ich den Stromverbrauch meiner Wärmepumpe senken?

Wichtig ist, die Wärmepumpe richtig auszulegen, einzustellen und auf euer Zuhause abzustimmen. So arbeitet das System besonders effizient und ihr spart Heizkosten.

Ihr wollt vorher wissen, wie viel Strom eure Wärmepumpe verbraucht? Das lässt sich natürlich nicht pauschal sagen – aber anhand einiger Parameter relativ gut schätzen. Übrigens: Die meisten Wärmepumpen verfügen über einen Eco-Modus, mit dem ihr zusätzlich Energie sparen könnt. 

Ist eine Nachtabsenkung notwendig?

Beim Heizen per Wärmepumpe ist eine starke Nachtabsenkung in der Regel nicht sinnvoll. Stattdessen empfehlen wir eine moderate Absenkung um höchstens 1 bis 2°C. Bei Flächenheizungen ist eine Konstanttemperatur die bessere Lösung.

Wie stelle ich meine Wärmepumpe an besonders kalten Tagen ein?

In aller Regel versorgt euch eure Wärmepumpe immer zuverlässig mit ausreichend Wärme – sofern sie richtig eingestellt ist. Viele Modelle verfügen über einen zusätzlichen Heizstab, der anspringt, wenn die Pumpe Unterstützung braucht. Das wirkt sich nur leicht auf die Effizienz aus und passiert meist erst ab deutlichen Minustemperaturen.

Schlagworte
Beitrag teilen:

Ähnliche Artikel