Eine aktuelle Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt, wie der Gebäudesektor in Deutschland bis 2035 energieeffizient, ökologisch und klimafreundlich umgebaut werden kann, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Der Krieg in der Ukraine und seine möglichen Folgen für Öl- und Gaslieferungen aus Russland zeigen, wie sehr Deutschland auch beim Heizen auf fossile Energieträger angewiesen ist – und wie eine erfolgreiche erneuerbare Wärmewende hilft, in der Energieversorgung unabhängiger zu werden.
Die Rolle des Gebäudesektors bei der Energiewende
Rund 30 Prozent der Energie, die wir in Deutschland verbrauchen, entfällt auf private Haushalte – zum Heizen unserer Häuser und Wohnungen und fürs Warmwasser. Bisher geschieht dies überwiegend mit Öl und Gas. Das muss sich so schnell wie möglich ändern, fordert Greenpeace im heute veröffentlichten Sofortprogramm „Heizen ohne Öl und Gas“. Darin zeigen die Wissenschaftler des Wuppertal Instituts auf, wie Deutschland in der Gebäudewärme bis 2035 auf mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen und andere erneuerbare Wärmetechnologien umsteigen kann. Wir als Ökoenergiegenossenschaft unterstützen diese Forderung ganz klar. Denn nur, wenn wir neben der Stromproduktion auch unsere Wärmeerzeugung – in Haushalten wie in der Industrie – komplett auf erneuerbare Energien (EE) umstellen, gelingt die Energiewende insgesamt. So werden wir zudem unabhängiger von politisch problematischen Gaslieferungen aus dem Ausland.
Wärmepumpen: Klimafreundliche Heizungstechnologie der Zukunft
Wie kann das gelingen? Eine Hauptrolle nehmen für Greenpeace künftig Wärmepumpen ein, wenn es darum geht, die Haushalte unabhängig von fossilen Brennstoffen zu machen. Denn vor allem mit Ökostrom betriebene Wärmepumpen sind dem Heizen mit Gas beim Klimaschutz deutlich überlegen – auch dem Heizen mit proWindgas, das hochwertiges Biogas und grünen Wasserstoff enthält.
Windgas und grüner Wasserstoff: Übergangslösungen mit Potenzial
Bei der Produktion von Windgas (grünem Wasserstoff) setzt Green Planet Energy überschüssigen Ökostrom ein, der sonst ungenutzt bliebe. Er wird mittels Elektrolyse in Wasserstoff (H2) umgewandelt und im Gasnetz gespeichert – und derzeit von proWindgas-Kund:innen auch zum Heizen genutzt. Bei überschüssigem Ökostrom, der sonst nicht genutzt würde, ist das Effizienz-Argument - also das Thema Umwandlungsverluste bei der Produktion von Wasserstoff aus Ökostrom - weniger bis gar nicht relevant. Tatsächlich steigern auf diese Weise eingesetzte Elektrolyseure der Anteil der genutzten Ökostrommengen – und unterstützen so die Energiewende. Nachteile für andere Sektoren, die klimafreundliches H2 zur Dekarbonisierung benötigen, entstehen dabei nicht. Denn ohne die Zahlungsbereitschaft der proWindgas-Kund:innen wären die Elektrolyseure nicht gebaut worden. Zugleich stabilisieren sie das Stromnetz und verringern den Netzausbaubedarf.
Wegen der genannten ökologischen Vorteile raten wir unseren Kund:innen wo immer möglich zum Umstieg auf Wärmepumpen. Wärmepumpen-Nutzer:innen bieten wir mit unserem Wärmestrom-Tarif mit Ökostrom nach den besonders strengen Greenpeace-Kriterien deshalb auch schon jetzt ein passendes Angebot. Besonders effektiv arbeiten Wärmepumpen bei Gebäuden mit sehr guter Wärmedämmung, wie den sogenannten Passivhäusern. Doch weil die Technik immer besser wird, können auch ältere Häuser von den Vorteilen einer Wärmepumpe profitieren – besonders, wenn sie gut isoliert werden.
Biogas und grüner Wasserstoff, so die neue Greenpeace-Studie, sollten – wenn überhaupt – nur für eine Übergangsphase genutzt werden. Auch hier stimmen wir mit Greenpeace überein: Erneuerbare Gase wie ökologisch hochwertiges Biogas und grüner Wasserstoff sollten immer möglichst effizient in jenen Energiesektoren eingesetzt werden, wo sie den größten Klimaschutzeffekt durch Senkung der CO₂-Emissionen haben und die nicht direkt mit Ökostrom dekarbonisiert werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Chemieindustrie oder große Teile der Schifffahrt.