Wie schaffen wir mehr Wärmepumpen im Bestand?
Wärmepumpen lohnen sich auch im Bestand. Erfahrt, wie sie effizient arbeiten und was es bei Sanierung & Installation zu beachten gibt. ➤ Jetzt lesen!

Ob durch den steigenden CO2-Preis oder geopolitische Konflikte: Öl und Gas werden immer teurer. Viele Menschen wollen darum jetzt auf eine Wärmepumpe umsteigen – fragen sich aber, ob diese auch an kalten Wintertagen zuverlässig heizt? Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen rund ums Heizen per Wärmepumpe bei Frost und Schnee.
Es klingt seltsam, aber tatsächlich kann eure Wärmepumpe der Umgebungsluft auch bei Minusgraden noch ausreichend Restwärme entziehen. Wenn es richtig kalt ist, muss sie sich dafür einfach etwas mehr „anstrengen“. Das heißt: Der Kompressor läuft bei höherer Drehzahl und der Lüfter wird schneller. Davon bekommt ihr so gut wie nichts mit, außer, dass die Außeneinheit ein bisschen lauter wird.
Nicht jede Wärmepumpe verhält sich im Winter gleich. Grundsätzlich. Das liegt an der jeweiligen Wärmequelle: Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen liegt diese tief im Erdreich oder Grundwasser, wo die Temperatur das ganze Jahr über stabil bleibt. Das macht sie im Winter effizienter als Luft-Wasser-Pumpen, die mit der (kalten) Umgebungsluft arbeiten. Doch Sole-Wasser-Wärmepumpen haben einen großen Nachteil. Sie zu installieren, ist sehr teuer, weil zusätzlich Erschließungskosten für Erdbohrungen oder Kollektoren mit einberechnet werden müssen.
Die gute Nachricht: Auch mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht ihr keine Angst zu haben, dass ihr bei kalter Außenluft friert. -15°C bis -20°C schafft sie in aller Regel ohne Probleme. Und sollte doch mal etwas nicht laufen, springt in den meisten Modellen ein zusätzlicher Heizstab an.
Von Dezember bis Februar können rund die Hälfte oder mehr des Jahresverbrauchs zusammenkommen. Je nach Heizverhalten, Größe des Hauses und der Pumpe selbst können das in einem Einfamilienhaus mehrere tausend Kilowattstunden sein.
Der Coefficient of Performance (kurz: COP) zeigt an, wie viel Wärmeenergie eure Wärmepumpe aus 1kWh Strom erzeugt. Je höher der COP, desto besser. In den Wintermonaten liegt dieser Wert bei den meisten Wärmepumpen zwar unter dem im Sommer – ist mit etwa 2 bis 3,5 aber noch immer sehr hoch.
Außentemperatur | Typischer COP-Bereich | Effizienz |
+12 °C | 4,5 – 6,0 | Hoch |
+7 °C | 3,5 – 5,0 | Gut bis sehr gut |
+2 °C | 3,0 – 4,0 | Okay |
-7 °C | 2,5 – 3,5 | Ausreichend |
-15 °C | 2,0 – 2,8 | Gering |
Neben dem COP gibt es auch die Jahresarbeitszahl (kurz: JAZ), um die Effizienz einer Wärmepumpe anzuzeigen. Sie sagt ebenfalls aus, wie viel kWh Wärme aus einer kWh Strom entstehen, betrachtet dabei aber das ganze Jahr und macht auch verschiedene Heizsysteme miteinander vergleichbar. Sie liegt bei Wärmepumpen im Schnitt 3- bis 5-mal höher als bei fossilen Heizungen. Übrigens: Auch, wenn eine kWh Gas günstiger ist als eine kWh Strom, heizt ihr mit der Wärmepumpe kosteneffizienter.

Wir bieten euch unterschiedliche Wärmepumpen-Services für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Unsere Expert:innen beraten euch individuell und bringen umfangreiches Fachwissen ein – auch und besonders rund um Wärmepumpen in Bestandsgebäuden.
Mehr ErfahrenEine eigene PV-Anlage kann einen guten Teil des Stromverbrauchs eurer Wärmepumpe decken. Das gilt besonders für den Sommer, wenn die Sonne öfter scheint. Aber auch in den Wintermonaten liefert eine Dachsolaranlage Strom für eure Wärmepumpe. Mit einem intelligenten Energiemanagementsystem und einem Batteriespeicher könnt den Anteil deutlich steigern. Mehr Infos dazu findet ihr in unserem Blogbeitrag „Wärmepumpe und PV kombinieren“.

Mit folgenden Tipps helft ihr eurer Wärmepumpe dabei, auch im Winter effizient zu arbeiten.
Eure Wärmepumpe bringt euch warm durch den Winter. Dabei ist es erstmal egal, welche Art von Wärmepumpe ihr nutzt. Sole-Wasser-Modelle arbeiten zwar effizienter, wenn es friert, aber auch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt bei Minusgraden niemanden im Stich. Für den allerschlimmsten (und sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass die Außentemperaturen auf unter -20 Grad sinken, haben die meisten Modelle einen zusätzlichen Heizstab, der anspringt, wenn die Pumpe es alleine nicht mehr schafft.
Ihr wollt mehr über das Heizen per Wärmepumpe erfahren? Lest einfach unseren Blogbeitrag mit wertvollen Tipps und Erfahrungen.
Grundsätzlich gilt: Je kälter es wird, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe. An kalten Tagen um -5°C liegt der Verbrauch einer typischen Luftwärmepumpe bei etwa 15 bis 25 kWh. In Neubauten sind es etwa 12 bis 18 kWh am Tag, im Altbau je nach Sanierungsgrad etwa 25 bis 35. In Extremfällen können es auch mal 40 kWh oder mehr werden – besonders, wenn euer Haus sehr schlecht gedämmt ist oder die Temperaturen auf unter -15°C fallen.
Ja, Wärmepumpen können bei Frost vereisen, vor allem, wenn die Luft sehr feucht ist. Das ist aber kein Problem, weil die Geräte sich bei Vereisung automatisch selbst abtauen und normal weiterarbeiten. Falls ihr eine leichte Reifschicht auf eurer Außeneinheit seht oder die Pumpe anfängt zu dampfen: Auch das ist beides nicht weiter schlimm.
Wichtig ist aber, dass ihr sie von Schnee befreit, damit die Luft weiterhin gut strömen kann. Ein Sockel, auf dem die Wärmepumpe steht, hilft hierbei.
Grobe Richtwerte sind Jahresarbeitszahlen von 3 bei 0°C und 2,5 bei -10°C. Der tatsächliche Wirkungsgrad eurer Wärmepumpe hängt aber natürlich stark vom Modell und dem Gebäude ab.