Die Nationale Wasserstoffstrategie hat 2020 große Erwartungen geweckt, doch nun zeigt sich: Der Hochlauf kommt nur langsam voran. Im Folgenden ordnen wir die wichtigsten Herausforderungen und Chancen ein.
Vom Wasserstoff-Hype zur Ernüchterung
Die erste Veröffentlichung des Bundeskabinetts 2020 löste einen regelrechten Hype um die Wasserstofftechnologie aus. Zahlreiche Elektrolyseur-Projekte wurden angekündigt – mit teilweise sehr hohen Leistungen. Gleichzeitig wurde schnell klar, dass die Wasserstoffstrategie nicht vollständig zur europäischen Regulierung passt. Denn ein gemeinsames Verständnis auf einem möglichst großen Markt – etwa über die Definition von Grünem Wasserstoff – ist die Grundvoraussetzung für einen nachhaltigen Markthochlauf.
Nationale Wasserstoffstrategie in der Kritik: Nachfrageprobleme bremsen Investitionen
Mittlerweile hat sich das Bild gedreht und die Nationale Wasserstoffstrategie zeigt Defizite. Immer mehr Projekte schaffen es nicht zur finalen Investitionsentscheidung, da es (noch) keine Abnehmer für den deutlich teureren Wasserstoff gibt. Wasserstoff aus fossilem Erdgas ist nach wie vor um das zwei- bis achtfache günstiger. Mit einer Gesamtkapazität von ca. 150 MW scheint das Ziel der 10 GW bis 2030 kaum realistisch.
Was jetzt (politisch) passieren muss
Um einen funktionierenden Wasserstoffmarkt aufzubauen, braucht es politischen Willen, klare Rahmenbedingungen und konkrete Förderinstrumente. Insbesondere Industrieunternehmen benötigen Planungssicherheit und Anreize, um ihre Prozesse auf grünen Wasserstoff umzustellen und eine entsprechende Nachfrage zu schaffen.
Nur so – mit einem stabilen und starken nationalen Markt – kann die zukunftsfähige Transformation des Industriestandorts Deutschland nachhaltig gesichert werden. Gleichzeitig können große Teile der Wertschöpfungskette der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und Europa aufgebaut werden. Daher muss die Nationale Wasserstoffstrategie unbedingt weiter nachgeschärft werden.