Wenn Warten sich lohnt: Ein Pfarrhaus mit PV-Anlage in Ghor
Auf dem Dach des Gemeindehauses der Kirchengemeinde St. Odilia im rheinischen Gohr sorgt eine PV-Anlage für sauberen Strom und gute Laune.

Hinweis: Der Tarif Solarstrom plus ist nicht mehr für Neukund:innen buchbar.
Dieser Beitrag bezieht sich auf den Tarif Solarstrom plus, der seit dem 1. April 2026 nicht mehr für Neukund:innen verfügbar ist. Neukund:innen haben seit April 2026 die Möglichkeit, ihren Tarif individuell zu gestalten und dabei eine Genossenschaftsmitgliedschaft zu ergänzen. Ein freiwilliger Förderbeitrag wird in Kürze ebenfalls als Option verfügbar sein.
Bestandskund:innen bleiben weiterhin im Tarif und fördern wie bisher Projekte im Bereich der Energiewende – ein Wechsel in die neuen Tarifoptionen ist jedoch jederzeit möglich.
Drei Kirchengemeinden, drei neue Solaranlagen: Die evangelische Kirchengemeinde Am Norfbach in Neuss, die evangelische Kreuzkirchengemeinde Nievenheim und das katholische Pfarrzentrum St. Katharina Hackenbroich – beide in Dormagen – produzieren jetzt Strom vom eigenen Dach. Gefördert über den Tarif Solarstrom plus.
Im Rheinischen Revier muss Energie nicht mehr aus der Tiefe kommen. Wo der Braunkohletagebau jahrzehntelang das Bild prägte, entstehen jetzt kleinere, dezentrale Anlagen – wie auf den Dächern dieser drei Gemeinden.
„Die Themen Energiewende und Klimaschutz haben einen großen Stellenwert bei uns – unsere Kirchengemeinde hatte schon immer den Anspruch, möglichst umweltfreundlich zu agieren", berichtet Ruth Voß, ehrenamtliche Presbyterin und Baukirchmeisterin der Gemeinde Am Norfbach in Neuss. Damit ist sie auf Kurs: Die Rheinische Landeskirche hat beschlossen, dass alle kirchlichen Gebäude bis 2035 klimaneutral sein sollen. „Wir sind eine lebendige, kleine Gemeinde und wollen uns weiter auf dem Weg zur Klimaneutralität entwickeln", sagt die Presbyterin. „Derzeit prüfen wir, ob auch auf unserer zweiten Kirche eine PV-Anlage möglich ist."
Für die evangelische Kreuzkirchengemeinde Nievenheim ist die Nähe zu den großen Braunkohle-Anlagen unübersehbar. „Die riesigen Dampfwolken der Kühltürme der Kraftwerke Neurath und Frimmersdorf sind hinter dem Knechtstedener Wald ständig erkennbar", erzählt Astrid Gattautt, ehrenamtliche Presbyterin und Vorsitzende des Umweltausschusses der Gemeinde mit rund 3.000 Gemeindemitgliedern.
Für Gattautt wurde das Thema Klimaschutz 2018 zur persönlichen Angelegenheit – ausgelöst durch die Berichterstattung über die Waldbesetzungen im Hambacher Wald. Seitdem engagiert sie sich in der Klimabewegung. „Naturschutzorganisationen wie Greenpeace, BUND und diverse Tierschutzorganisationen geben mir das Gefühl, nicht allein zu sein und tatsächlich etwas gegen die Lobby-Interessen der fossilen Energiekonzerne bewegen zu können", sagt sie. „Mit der Installation einer PV-Anlage konnten wir dann selbst etwas zur Bewahrung der Schöpfung beitragen."

Im Erzbistum Köln steht Klimaschutz ebenfalls auf der Agenda: Photovoltaik, Wärmewende und Energiemanagement sind zentrale Zukunftsthemen – auch für die katholische Gemeinde St. Michael in Dormagen, zu der das Pfarrzentrum St. Katharina gehört. „Wir setzen uns dafür ein, dass unser Pfarrzentrum als zentrales Gemeindehaus erhalten bleibt", sagt Willy Schlömer, Mitglied des Kirchenvorstandes. „Die PV-Anlage zeigt: Wir investieren in die Zukunft und wollen, dass sich möglichst viele Menschen hier vor Ort weiter engagieren."
Die drei Gemeinden haben noch etwas gemeinsam: Ihre Kirchendach-Anlagen wirken über die Gemeindegrenzen hinaus. „Die Resonanz in der Kirchengemeinde war durchweg positiv. Besonders unser Umweltteam ist sehr dankbar, dass dieses lang geplante Projekt endlich realisiert werden konnte", berichtet Ruth Voß aus Neuss. „Mein Mann und ich wollten dann noch selbst tätig werden – seit Juli 2025 haben wir eine PV-Anlage auf unserem Hausdach."
Auch in Nievenheim zeigt sich die Wirkung: Durch Berichterstattung im Gemeindebrief und auf der Website wurden die Informationen breit gestreut. „Das hat vielleicht den einen oder die andere dazu bewogen, selber einmal über eine PV-Anlage nachzudenken", sagt Astrid Gattautt.
So werden aus Kirchendächern nicht nur Stromerzeuger – sondern tatsächlich Leuchttürme der Energiewende im Rheinischen Revier.
