„Die Bundesregierung macht der Gas­­lobby ein weiteres Milliardengeschenk und lässt Bürger:innen trotz vieler Warnungen in die fossile Kostenfalle laufen. Falls noch ein letzter Beweis gefehlt hätte, dass die Energiepolitik dieser Bundesregierung einzig den fossilen Interessen dient – hier ist er. Dabei sollte jeder und jedem bewusst sein, dass der Betrieb von Öl- und Gasheizungen künftig erheblich teurer wird. Wer sich trotzdem für eine neue fossile Heizung entscheidet, muss mit steigenden CO₂-Kosten, hohen Preisen für synthetische Beimischungen und einem sinkenden Immobilienwert rechnen.

Mit dieser Einigung fällt die Koalition sogar hinter das von schwarz-rot beschlossene Gebäudeenergiegesetz von 2020 zurück. Selbst der Weiterbetrieb uralter Gas- und Ölkessel wird jetzt wieder möglich – bei einer minimalen Beimischung synthetischer Gase oder von Wasserstoff jeglicher Herkunft. Wie die Bundesregierung so die Klimaschutzziele im Gebäudesektor einhalten will, bleibt ein Rätsel.

Am stärksten benachteiligt die Regelung Mieter:innen, die von den Investitionsentscheidungen der Eigentümer:innen abhängig sind. Während diese an fossilen Heizsystemen festhalten dürfen, bleiben die steigenden Energiepreise allein Sache der Mieter:innen. Das ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur bisherigen 65-Prozent-Vorgabe, die Eigentümer:innen zum Heizungswechsel ermutigte.

Die beschlossene Grüngasquote ist ineffizient, teuer und unpraktikabel. Ja, wir brauchen erneuerbare Gase für die Energiewende und es gibt sehr vorbildliche Biomethanquellen, die wir dafür nutzen können. Ihr massenhafter und dauerhafter Einsatz zum Heizen ist aber vor allem eines: reine Energieverschwendung, die für uns alle sehr teuer wird. Biomethan kostet heute das Doppelte von Erdgas, Wasserstoff noch mehr. Auch die Modernisierung unserer Wirtschaft wird darunter leiden. Denn Biogas und Wasserstoff fehlen dann für die dringend notwendige Dekarbonisierung in Industrie und weiteren Sektoren, die nicht elektrifiziert werden können.

Positiv zu bewerten ist zumindest die Zusage, dass die Förderung für den Heizungstausch beibehalten bleibt. Jetzt braucht es schnell Klarheit, dass auch die bisherige Fördersystematik und das jetzige Förderniveau bleiben. Darüber hinaus muss die Förderung konsequent sozial gerechter fortentwickelt werden, damit auch einkommensschwächere Haushalte die Möglichkeit haben, auf Wärmepumpen umzusteigen. Aktuell werden so viele Wärmepumpen verbaut wie lange nicht mehr – schlicht, weil sie sich ökonomisch rechnen und in der Praxis bewähren.”
 

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Alexander Karasek
Pressesprecher
Green Planet Energy eG
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