Bürgerenergie-Allianz fordert pragmatische Lösung und kritisiert Beschränkung auf BDEW-Modell
Hamburg, 21. Mai 2026 – Kurz vor Inkrafttreten von Energy Sharing zum 1. Juni wenden sich 12 Unternehmen und Verbände mit einer klaren Botschaft an die Bundesnetzagentur: Energy Sharing ist sofort umsetzbar, wenn etablierte Marktprozesse genutzt werden.

Der aktuelle BDEW-Vorschlag, der die Grundlage einer Festsetzung durch die Bundesnetzagentur legen soll, entwirft stattdessen eine neue Lösung voller Hürden. Er beschränkt Energy Sharing auf einzelne Anlagen, schließt bestehende Modelle wie Mieterstrom faktisch aus und verhindert faktisch die Einbindung wertvoller Flexibilitäten wie E‑Fahrzeuge, Wärmepumpen oder Speicher. Statt breiter Teilhabe droht eine aufwendige Minimallösung.
Die Allianz stellt dem eine konkrete Alternative gegenüber: Energy Sharing über virtuelle Bilanzierungsgebiete. Dieser Ansatz baut auf bestehenden Prozessen auf, ist ohne zusätzlichen technischen Aufwand umsetzbar und ermöglicht echte Beteiligung von Energiegemeinschaften.
„Mit §42c EnWG steht Energy Sharing endlich im Gesetz“, lobt Anna Leidreiter, Vorständin der BürgerEnergie Nord eG. „Die Bürgerenergie Community steht bereit, daraus nun endlich konkrete Lokalstromangebote für alle Menschen zu machen. Dafür wollen wir das Rad nicht neu erfinden, sondern standardisierte Prozesse aus der Energiewirtschaft anwenden. Statt dafür den Weg freizumachen, legt das BDEW-Modell der Bürgerenergie weiter Steine in den Weg. Unsere Mieterstromanlagen produzieren regelmäßig solare Überschüsse, die wir regional teilen könnten. Mit virtuellen Bilanzierungsgebieten ließe sich Energy Sharing dagegen sofort auf die Straße bringen.“
Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy, betont: „Energy Sharing muss schnell für viele Menschen möglich werden. Dafür brauchen wir keine neuen komplizierten Systeme, sondern einfache, schnell umsetzbare Prozesse auf Basis bestehender Standards. Die wirtschaftlichen Anreize sind ohnehin schon gering. Umso wichtiger ist jetzt eine pragmatische Regulierung statt neuer Hürden.“
Die Unterzeichner fordern die Bundesnetzagentur auf, neben dem BDEW-Modell auch die Umsetzung über virtuelle Bilanzierungsgebiete in die bevorstehende Festlegung aufzunehmen.
Gemeinsames Positionspapier:
Energy Sharing kommt: Unser Vorschlag für leistungsfähige digitale Prozesse
Unterzeichnende Verbände und Unternehmen:
- Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften beim DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.
- Bundesverband Neue Energiewirtschaft
- Bündnis Bürgerenergie
- BürgerEnergie Berlin eG
- BürgerEnergie Nord eG
- Bürgerwerke eG
- clever-PV GmbH
- Consolinno GmbH
- decarbon1ze GmbH
- Germanwatch
- Green Planet Energy eG
- Prokon eG