Fünf Maßnahmen für bezahlbare Energie und Mobilität
Studie von Greenpeace und Green Planet Energy zeigt sozialgerechte und klimafreundliche Entlastung

Hamburg, 26. 10. 2026 – Fünf Maßnahmen können Privathaushalte in Deutschland bei steigenden Energiepreisen langfristig entlasten und gleichzeitig den Klimaschutz vorantreiben. Das zeigt eine neue Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy, mit Unterstützung des Paritätischen Gesamtverbands. Die Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen für Strom, Wärme und Mobilität würde Bund und Länder zwischen 3,8 und 5 Milliarden Euro jährlich kosten. Zum Vergleich: klimaschädliche Subventionen kosten Deutschland laut Umweltbundesamt rund 65 Mrd. Euro pro Jahr. Allein der von Expert:innen als sozial ungerecht und klimaschädlich kritisierte Tankrabatt belastet den Haushalt in diesem Jahr mit etwa 4,1 Mrd. Euro. “Öl und Gas werden immer mehr zur Kostenfalle. Die Bundesregierung sollte den Menschen helfen, sich aus dieser teuren fossilen Abhängigkeit zu befreien – gerade denen mit wenig Geld”, sagt Mira Jäger, Energieexpertin von Greenpeace. “Es gibt Maßnahmen, die den Geldbeutel und das Klima gleichzeitig schonen und viele Haushalte warten dringend darauf.” Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy, ergänzt: „Erneuerbarer Strom ist günstig, doch dieser Vorteil kommt noch nicht bei allen an. Andere Länder machen längst vor, wie es besser geht: mit Sozialtarifen wie in Österreich, Wärmepumpen-Leasing wie in Frankreich und gezielter E-Auto-Förderung wie in Schweden. Die Bundesregierung ist in der Verantwortung, sich an diesen Maßnahmen ein Beispiel zu nehmen.”
Gezielte Unterstützung für dauerhafte Wirksamkeit
Seit Beginn des Irankriegs im Februar 2026 sind die Preise für Öl und Gas erneut drastisch gestiegen. Menschen mit wenig Geld trifft es besonders hart, weil sie einen größeren Teil ihres Budgets für Wärme, Strom und Mobilität aufwenden müssen. Entsprechend konzentrieren sich die fünf vorgeschlagenen Maßnahmen darauf, öffentliche Mittel stärker für Menschen mit geringem verfügbaren Einkommen und wirksamen Klimaschutz einzusetzen:
- Stromkostenpauschale: Haushalte mit geringem Einkommen erhalten automatisch 120 Euro im Jahr für ihre Stromrechnung.
- Soziales Wärmepumpen-Leasing: Ein Energiedienstleister übernimmt Einbau, Finanzierung und Wartung der Wärmepumpe. Haushalte zahlen monatliche Raten statt hoher Anschaffungskosten. Dabei wird garantiert, dass die Gesamtkosten drei Jahren lang unter den bisherigen Kosten für Öl oder Gas liegen.
- Mieterhöhungen an Energieeffizienz koppeln: In Gebäuden mit besonders schlechter Energiebilanz (Klassen F, G und H) wird ein genereller Mieterhöhungs-Stopp eingeführt – Mieten dürfen erst nach einer energetischen Verbesserung steigen. Das begrenzt Mehrkosten für Mieter:innen und schafft Anreize für Sanierungen.
- Deutschlandticket Sozial: Menschen mit wenig Geld können bundesweit ein deutlich vergünstigtes Deutschlandticket erwerben.
- Sozialere E-Auto-Förderung: Die staatliche Förderung wird ausschließlich auf günstige E-Autos und Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen ausgerichtet. Die dadurch freien Mittel können bis zu 100.000 Käufer:innen gebrauchter E-Autos ein Ladeguthaben finanzieren.
Vor dem Hintergrund der laufenden Haushaltsberatungen fordern Greenpeace, Green Planet Energy und Paritätischer Gesamtverband die Bundesregierung zu Maßnahmen auf, die dauerhaft Kosten senken, die Abhängigkeit von Öl und Gas beenden und den Weg in eine klimaneutrale Zukunft erleichtern.
Alexander Karasek
Pressesprecher
Green Planet Energy eG
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Sonka Terfehr
Pressesprecherin Energiewende, Gasausstieg
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