AgNes-Reform lässt Flexibilität ungenutzt und belastet die dezentrale Energiewende
Hamburg, 18.09.2026: Die Bundesnetzagentur arbeitet derzeit an einer Reform der Stromnetzentgelte (AgNes). Zum Ende der Konsultationsfrist am 18. September fordert Green Planet Energy, die Reform konsequenter auf eine effiziente, flexible und bürgernahe Energiewende auszurichten. Dazu erklärt Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation:

„Die Bundesnetzagentur verschiebt wirksame Anreize für eine intelligentere Nutzung der Stromnetze auf die 2030er Jahre und lässt damit wertvolles Entlastungspotenzial ungenutzt. Statt die Flexibilität von Speichern, Wärmepumpen oder Elektroautos gezielt zu aktivieren, konzentriert sich der aktuelle Entwurf vor allem darauf, die Kosten des Netzausbaus neu zu verteilen.
Dabei existieren die Instrumente für zeitvariable Netzentgelte bereits. Statt weitere Jahre zu verlieren, sollte die Bundesnetzagentur die bestehenden §14a-Regelungen konsequent weiterentwickeln und mittelfristig den Weg für echte dynamische Netzentgelte frei machen. Die unzureichende Digitalisierung der Verteilnetze darf nicht zum Vorwand werden, um Flexibilitätsanreize auf die lange Bank zu schieben. Netzbetreiber brauchen klare Vorgaben, ambitionierte Fristen und spürbare Konsequenzen, wenn notwendige Modernisierungen aufgeschoben werden.
Besonders kritisch sehen wir die geplante Ausgestaltung des Prosumer-Aufschlags. Nach dem aktuellen Entwurf steigt die Belastung eines Mehrfamilienhauses mit jeder weiteren Wohnung, die sich an der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung beteiligt. Das setzt genau die falschen Anreize. Wer Solarstrom gemeinsam vor Ort nutzt und die Netze entlastet, darf nicht zusätzlich belastet werden. Die Bundesnetzagentur sollte Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung deshalb regulatorisch besserstellen und beim Prosumer-Aufschlag klar zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern unterscheiden.
Die Reform erhöht den Kostendruck auf innovative, dezentrale und erneuerbare Konzepte, setzt aber keine Anreize, die dort schlummernden Flexibilitäten zu nutzen. AgNes ist damit eine verpasste Chance für die effiziente Nutzung unserer Stromnetze.”
Alexander Karasek
Pressesprecher
Green Planet Energy eG
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