Am Anfang war die Lage vertrackt, erzählt Dedo von Krosigk. Auf das Dach sollte eine PV-Anlage, um Solarstrom zu produzieren. Zugleich sollte es aber auch ein Gründach werden. Doch der Platz dort oben war schon knapp wegen der dicken Lüftungsrohre. Das alles unter einen Hut zu bringen, gelang schließlich mit Hilfe von Green Planet Energy.

Von Krosigk ist Mieter in einem der beiden Häuser, die die Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfe Linden nach Passivhausstandard 40+ errichtet hat. „Wir hatten mehrere Anbieter angefragt“, fährt er fort. „Aber die anderen gingen nicht so gut auf unsere Wünsche bei der Dachgestaltung ein.“ Als freiberuflicher Berater für kommunalen Klimaschutz kennt er sich mit Energiethemen und Stromversorgern aus.

Der Traum vom selbstbestimmten Wohnen

Die dreistöckigen Gebäude mit dem Backstein-Sockel und der Holzfassade gehören zum Wohnquartier „Ohe-Höfe“ in Hannover. Sie liegen direkt am Ufer der Ihme. Acht Bau- bzw. Wohngruppen haben sich dort insgesamt engagiert, um ihren Traum vom selbstbestimmten Wohnen zu verwirklichen. Unsere Ökoenergiegenossenschaft und die Selbsthilfe Linden einigten sich darauf, die Solarmodule in Ost-West-Richtung aufzustellen. Das braucht weniger Platz als die Ausrichtung nach Süden.

Einweihung der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Ohe-Höfe  Foto: Sabine Vielmo / Green Planet Energy eG. Foto oben: Sam Green / Green Planet Energy eG.

Im Herbst 2021 sind die Bewohner eingezogen, seitdem liefert die Solaranlage Strom für 21 Wohnungen, die jeweils rund 50 Quadratmeter groß und mit Balkon ausgestattet sind. Überschüssiger Strom fließt in einen Hausspeicher. Wenn die Sonne nicht scheint und der Speicher leer ist, kommt der Strom aus dem Netz – Mieterstrom von Green Planet Energy.

Mieterstrom von Green Planet Energy

Alle Mietparteien beziehen ihn von der Ökoenergiegenossenschaft, was nicht selbstverständlich ist. Mieter können ihren Stromanbieter bekanntlich frei wählen und sind auch nicht verpflichtet, den auf dem Dach ihres Wohnhauses erzeugten Sonnenstrom abzunehmen. Weil dieser Strom jedoch qua Gesetz mindestens zehn Prozent günstiger als der des örtlichen Energieversorgers sein muss, fällt die Entscheidung in der Regel dennoch oft für den selbsterzeugten Strom aus.

Dass die Zusammenarbeit mit Green Planet Energy gut lief, bestätigt auch Alke Warnken von der Selbsthilfe Linden Genossenschaft, die – wie der Name schon andeutet – vor alllem auf Selbsthilfe und weniger auf Eigenkapital setzt. Handwerkliches Geschick ist immer gefragt; Mitbestimmung ermöglichen und bezahlbaren Wohnraum mit stabilen Mieten zu schaffen, gehörte schon vor beinahe 40 Jahren zum Gründungsgedanken der Genossenschaft, die Warnken mitgegründet hat.

Gründach und Solarmodule vertragen sich bestens

Als Architektin hat sie bis vor kurzem die Wohngruppen vertreten und bei der Bauplanung begleitet; inzwischen ist sie im Ruhestand. Rund 350 Wohnungen sind auf Basis der Genossenschafts-Philosophie entstanden; ökologisch und solidarisch soll das Wohnen auch sein, daher die eigene Stromerzeugung. Im Projekt der Ohe-Höfe findet man das alles vereint. Und auf dem Dach grünt und blüht es nun zwischen den Solarmodulen.

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