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Jeder Mensch braucht ein Zuhause

Zuhause bleiben ist ein Privileg. Während viele die eigenen vier Wände momentan eher belastend finden, haben Menschen ohne festen Wohnsitz diese Option nicht. Sie gehörten bereits zu einer Risikogruppe, durch die Auflagen zum Social Distancing hat sich ihre Lage noch einmal dramatisch verschärft.

Solidarische Strukturen wie die Tafeln und religiöse Einrichtungen sind weithin geschlossen; Zeitungen verkaufen, Flaschen sammeln oder Spenden von Passant*innen fallen weg, auch Gabenzäune dürfen von Unterstützer*innen teils nicht mehr bestückt werden. Einrichtungen für Wohnungslose gelten nicht als systemrelevant.

Unter dem Hashtag #OpenTheHotels fordern inzwischen Tausende, den Leerstand in Hotels zu nutzen und sie für Menschen zu öffnen, die auf der Straße leben. Einige Städte sind der Aufforderung bereits gefolgt, zum Beispiel London, Paris, Frankfurt, Berlin, Mainz oder Bremen. Unterstützt von lokalen Projekten können so Menschen nicht nur endlich die Auflagen einhalten, sondern auch die Nacht in einem warmen Bett statt unter freiem Himmel verbringen. In Hamburg wird ein derartiges Projekt privat gestemmt, was dank einer Großspende möglich ist: Netzwerk der Nächstenliebe.

Allein durch privates Engagement wird dieses Problem aber nicht gelöst werden können. Daher fordern die Initator*innen von GoBanyo die sofortige und sichere Unterbringung von Obdachlosen in Hamburg. Unter dem Motto „Waschen ist Würde“ sind GoBanyo seit Dezember 2019 mit dem ersten Duschbus für Obdachlose in unserer Hansestadt unterwegs. Da die gesamte ehren- und hauptamtliche Infrastruktur von Obdachlosen in den vergangenen Wochen bis auf ein Minimum zusammengebrochen ist, muss die Politik handeln, so ihr Aufruf, den wir an dieser Stelle gerne teilen. Hier können Sie die Petition unterzeichen.

Auch sonst rotieren viele kleine Initiativen, um Abhilfe zu schaffen, ob neu gegründete Initiativen oder bekannte Größen wie die ehemals berüchtigte Kultkneipe Elbschlosskeller in Hamburg. Nachdem sie nach 70 Jahren Dauerbetrieb Mitte März zum ersten Mal schließen musste, wandelte sie ihre Räume unter dem Motto „Wer, wenn nicht wir“ in eine Suppenküche und Kleiderkammer für Obdachlose um und erfährt dafür überwältigende Solidarität – der Kiez hält zusammen.

Ähnlich haben sich Vereine, Genossenschaften und Fernsehköche wie Tarik Rose zusammengeschlossen in dem Projekt StrassenSPENDE & StrassenSUPPE und sammeln Spenden für eine selbstorganisierte Suppenküche, die Recyclehero dann ehrenamtlich ausliefert. Hier können Sie sie unterstützen und mehr erfahren.

Hut ab für all diese Projekte, die in harten Zeiten weiter für die Schwächsten in der Gesellschaft da sind!

INFO: Vielleicht haben Sie von anderen guten Ideen gehört, wie wir uns alle gegenseitig unterstützen können oder haben selbst eine spannende Lösung erarbeitet oder unterstützen ein Projekt? Dann schreiben Sie uns an solidaritaet@greenpeace-energy.de. Wir sind gespannt auf Ihre Hinweise – und danken dafür schon im Voraus!