Schlüsseltechnologie hierzu ist die Umwandlung von Ökostrom in Wasserstoff. Bei dieser Technologie wird in einem sogenannten Elektrolyse-Verfahren Ökostrom - insbesondere Windstrom - eingesetzt, um Wasser in seine Bestandteile zu trennen: in Sauerstoff und Wasserstoff. Der Wasserstoff kann dann als Energieträger in das bestehende Erdgasnetz eingespeist und, wie gewohnt, für die Wärmeversorgung oder Rückverstromung verwendet werden. Dieser Ansatz verbindet Gas- und Elektrizitätsnetze zu einer integrierten Versorgung mit erneuerbaren Energien. Die vorhandene Gas-Infrastruktur dient als Speicher für Wind- und anderen erneuerbaren Strom und verhindert, dass wertvoller Ökostrom ungenutzt bleibt. Etwa wenn Netzkapazitäten durch Atom- oder Kohlekraftwerke verstopft sind. 

„Mit proWindgas bieten wir unseren Kunden ein neuartiges und ökologisch visionäres Gasprodukt - und damit eine Alternative zu Biogas. Wir zeigen, dass das zukünftige Speicherproblem des erneuerbaren Stroms gelöst werden kann, was eine zentrale Aufgabe für eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien ist“, erklärt Robert Werner, Vorstand von Greenpeace Energy, der mit über 100.000 Stromkunden größten Energiegenossenschaft Deutschlands. 

Der Preis für proWindgas setzt sich zusammen aus einer monatlichen Grundgebühr von 14,90 Euro und einem Preis von 6,75 Cent/kWh. Dieser Preis beinhaltet einen Förderbeitrag in Höhe von 0,4 Cent/kWh. Der Förderbeitrag wird verwendet für den Bau der nötigen Wasserstofferzeugungsanlagen (Elektrolyseure) sowie für die kostenfreie Beratung von proWindgas-Kunden, die ihr Ein- oder Mehrfamilienhaus mit einem energetisch besonders effizienten Mikro-Blockheizkraftwerk ausstatten wollen. „Durch die Entscheidung für proWindgas und den Förderbeitrag, der automatisch inbegriffen ist, unterstützen die Kundinnen und Kunden gemeinsam mit uns die Energiewende“, so Werner.

Ab Juli 2011 können Kunden bundesweit Lieferverträge abschließen. Damit schafft Greenpeace Energy auf dem Gasmarkt eine wichtige Alternative zu Biogas, das häufig mit Massentierhaltung und Intensivlandwirtschaft verbunden und deshalb ökologisch nur sehr begrenzt sinnvoll ist. Derzeit lässt sich Wasserstoff aus technischen Gründen bis zu einer Obergrenze von ca. fünf Prozent ins Gasnetz einspeisen. Dies entspricht einem Speicher für Ökostrom, der etwa 45 mal so groß ist wie die Gesamtkapazität aller heute in Deutschland bestehenden Pumpspeicherkraftwerke.

Sobald die Grenze für die Wasserstoffeinspeisung erreicht ist, kann in einem weiteren Schritt aus dem Wasserstoff erdgasgleiches Methan hergestellt werden. Perspektivisch können erneuerbarer Wasserstoff und erneuerbares Methan das fossile Erdgas zu 100 Prozent ersetzen - und so ein Speichervolumen schaffen, das eine lückenlose und zuverlässige Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen auch bei Windflaute oder mangelnder Sonne sichert. Natürlich haben auch andere Speichermedien ihre Berechtigung. Eine aktuelle, von Greenpeace Energy beauftragte Studie des Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) stellt jedoch fest: „Die einzige nationale Option für die Energiespeicherung im erforderlichen Umfang ist die Kopplung der Energienetze für Strom und Gas.“