Es kommentiert Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. Foto: Enver Hirsch / Greenpeace Energy eG

„Hier wurde eine echte Chance vertan, die Energiewende spürbar voranzubringen. Wenn den AKWs im Süden jetzt per Gesetz erlaubt wird, Strommengen an die norddeutschen Meiler zu verschieben, dann verschärft das nur bestehende Probleme: Mit noch mehr Atomstrom im Netz werden in den Engpassregionen im Norden künftig wohl noch häufiger Windräder und Solaranlagen abgeregelt. Das novellierte Gesetz wird vor allem eine Seite freuen: Die Atomkonzerne, die ihre AKWs im Norden nun besser auslasten können. Das Ganze ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich Deutschland unter der Großen Koalition immer weiter von seiner Rolle als Energiewende-Vorreiterland entfernt.“

Hintergrund: Eine Untersuchung des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy hatte ergeben, dass norddeutsche Windkraft- und Solaranlagen mehr als die Hälfte des Jahres 2017 keinen Strom produzieren durften, während Atomkraftwerke in ihrer Nähe weiterliefen. Dadurch gingen 2.175 Gigawattstunden Ökostrom verloren. Die Analyse finden Sie hier zum Download: https://bit.ly/2sXRLc9.