Greenpeace Energy hatte die CDU-Politikerin und den Experten der Umweltorganisation eingeladen, über „die Zukunft der Energieversorgung“ zu debattieren. Moderator Frank-Thomas Wenzel, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau, sorgte dafür, dass neben dem Duell der Diskutanten auch die Zuschauerfragen nicht zu kurz kamen.

Hauptthema war die Nutzung der Atomkraft, die Tanja Gönner als „wichtige Brückentechnologie“ bezeichnete. Zwar wolle sie keine Neubauten. „Die sicheren deutschen Kernkraftwerke“ sollten aber länger am Netz bleiben, so Gönner. Die Gewinne aus der Laufzeitverlängerung möchte die CDU-Politikerin in die weitere Erforschung erneuerbarer Energien investieren. Für Tobias Münchmeyer kann jedoch kein Deal der Welt längere AKW-Laufzeiten rechtfertigen: „Wegen des Unfallrisikos, wegen der ungeklärten Entsorgung des Strahlenmülls, wegen der Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen ist alles andere als ein schneller Ausstieg aus dieser Risikotechnologie absolut unverantwortlich.“ Den Gönner-Vorschlag hält Münchmeyer für „weltfremd“: Die Atomindustrie habe mit ihren Tricksereien rund um die AKW-Laufzeiten einmal mehr bewiesen, dass sie „für solche Absprachen einfach kein zuverlässiger Partner“ sei, warnte der Greenpeace-Experte.

Die Zukunft sind die erneuerbaren Energien - darin waren sich Gönner und Münchmeyer einig. Während die baden-württembergische Umweltministerin ihr Land bereits auf einem guten Weg sieht, forderte der Greenpeacer energischere Anstrengungen für den Ausbau der Windkraft, bei dem Baden-Württemberg weit zurück hänge.

Anlass für das Streitgespräch war die feierliche Inbetriebnahme der Solaranlage auf den Dächern der Neuen Messe Stuttgart an dem Tag. Das Fotovoltaik-Kraftwerk von Greenpeace Energy zählt mit seinen 3,8 Megawatt Spitzenleistung zu den größten auf Gebäuden installierten Solaranlagen weltweit.