Die EU-Kommission legt derzeit im Rahmen eines Delegierten Rechtsaktes die Kriterien für grünen Wasserstoff fest, der künftig im Verkehrs- und Transportsektor zum Einsatz kommen soll. Die Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy kritisiert die geplanten Regelungen in einer heute nach Brüssel geschickten offiziellen Stellungnahme jedoch als Rückschritt für den Klimaschutz.

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Marcel Keiffenhem kommentiert. Foto: Christine Lutz / Green Planet Energy eG; Foto oben: symbiot/Shutterstock.

Es kommentiert Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy: „Der geplante Rechtsakt droht zu einem echten Bärendienst für den Klimaschutz zu werden. Denn sinnvollerweise sollten Elektrolyseure zur Wasserstoffproduktion nur dann anspringen, wenn – über die sonstige Nachfrage hinaus – ausreichende Mengen Ökostrom dafür im Netz sind. Laufen die Anlagen aber in Zeiten mit wenig Solar- und Windkraft, dann wird vermeintlich grüner Wasserstoff in Wirklichkeit zum Träger fossiler Energien. Eigentlich soll der Delegierte Rechtsakt genau das vermeiden, doch Brüssel will auf Lobbydruck Schlupflöcher und Ausnahmen ermöglichen. Zumindest für die nächsten Jahre droht deshalb ein Szenario, in dem Elektrolyseure vor allem den Erdgasverbrauch ankurbeln werden. Fürs Klima, aber auch im Hinblick auf unser Ziel, von russischem Erdgas loszukommen, ist das kein schlauer Move.

Um das zu verhindern, muss die Kommission von Anfang an eindeutig festlegen, dass Wasserstoff nur dann grün ist, wenn zum Produktionszeitpunkt auch tatsächlich genügend Ökostrom zur Verfügung steht. Das wäre nicht nur gut für Energiewende und Klimaschutz, sondern würde auch das Stromnetz entlasten und teure Abschaltungen von Ökostrom-Kraftwerken in Spitzenzeiten verhindern.“

Mehr Info: Die vollständige Stellungnahme von Green Planet Energy finden Sie hier als PDF zum Download.