Fragen und Antworten rund um die Gasversorgung (4)

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Energiewende mit Bürgerenergie
Wie gelingt die Energiewende? Nur, wenn sich so viele Menschen wie möglich an ihr beteiligen können / Foto (c) AdobeStock/melita

Der vierte Teil unserer Serie zum Thema Gasversorgung widmet sich der Frage: Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt für die Energiewende und wie gelingt sie jetzt?

Das Gelingen der Energiewende hängt von zahlreichen Faktoren ab, auf die wir in diesem Format nicht im Detail eingehen können. Dennoch wollen wir versuchen, die Situation einzuordnen und zeigen, welche Schritte in die richtige Richtung führen – hin zu Energieunabhängigkeit durch saubere, erneuerbare Energien.

Was wir bereits für die Energiewende tun

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist auch ein Krieg, in dem fossile Energien eine tragende Rolle spielen. Die aktuelle Eskalation bestärkt uns abermals in unserer Entscheidung, die Energiewende durch politische Aufklärung und aktive Mitgestaltung konsequent weiter voranzutreiben. Dazu gehört auch, unsere Gasprodukte schon bis 2027 komplett erdgasfrei zu machen – nicht nur im Sinne des schnelleren Klimaschutzes, sondern auch, um die Abhängigkeit von politisch problematischen Gaslieferungen aus dem Ausland zu reduzieren. Erneuerbare Energien, davon sind wir überzeugt, dienen nicht nur dem Klimaschutz, sondern zahlen auch auf ein friedlicheres Miteinander in der Welt ein.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sieht das ähnlich: „Je mehr wir in der Lage sind, Energie in Deutschland selbst zu produzieren, umso souveräner können wir außen- und sicherheitspolitisch agieren.“

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz stimmte dem bereits Ende Februar dieses Jahres zu: „Je schneller wir den Ausbau erneuerbarer Energieträger vorantreiben, desto besser.“

Was zu tun bleibt

Worten müssen Taten folgen. Damit die Energiewende gelingt, halten wir von Green Planet Energy es für besonders wichtig, dass daran so viele Bürger:innen wie möglich mitwirken. Das kann zum Beispiel die Beteiligung an einer Energiegenossenschaft sein, die Nutzung von Mieterstrom auf einem Mehrfamilienhaus oder die klassische Solaranlage auf dem Einfamilienhaus, die zusätzlich eine eigene Wärmepumpe mit Strom versorgt, so dass auch das Heizen in Zukunft so klimaverträglich wie möglich ist.

Viele solcher Projekte sind bereits realisiert, und die Erneuerbaren Energien erleben aktuell – aus tragischen Gründen – einen enormen Boom. Die Energiewende gelingt nur als Bürgerenergiewende. Hier muss der Gesetzgeber dringend nachjustieren, insbesondere bei den Punkten Mieterstrom und Eigenversorgung aus Photovoltaikanlagen sehen wir dringenden Nachbesserungsbedarf bei der bevorstehenden Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Investitionen in die geplante Infrastruktur für LNG (verflüssigtes Erdgas) in Milliardenhöhe halten wir hingegen für fehlgeleitet, da fossiles Gas keine Zukunft haben darf, wenn wir das 1,5°C-Ziel von Paris einhalten wollen.

Der voranschreitende Klimawandel zeigt indes, dass uns gar keine andere Wahl bleibt als sofort auf Erneuerbare Energien umzusteuern, damit der Planet auch für zukünftige Generationen ein lebenswerter Ort bleibt. Noch ist es nicht zu spät, doch es bleiben nur noch wenige Jahre für die umfassende Transformation, wie der jüngste Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) berechnet.

In der vorigen Folge unserer Serie zum Thema Gasversorgung haben wir uns mit dem Thema Flüssiggas (LNG) beschäftigt und die Risiken benannt, die mit der Verwendung von fossilem flüssigem Gas einhergehen. Die nächste Folge widmet sich dem umstrittenen Thema Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.