Gendersensible Sprache bei GPE

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Bunte Quietscheentchen
Sprache, so bunt wie diese Quietscheentchen - das wollen wir bei GPE durch unsere gendersensible Kommunikation erreichen / Foto (c) iStock / enviromantic

Gendersternchen, Doppelpunkt oder doch das generische Maskulinum? Kaum eine Frage wird in Deutschland hitziger diskutiert als die, ob man gendersensible Sprache einführen sollte oder nicht. Wir bei Green Planet Energy haben uns dafür entschieden. Warum wir gendern und wie wir dabei vorgehen, erklären wir hier.

Die Gründe für gendergerechte Kommunikation basieren auf der Annahme, dass Sprache die Welt um uns kreiert. Oder, um es aus der Perspektive der Soziologie zu betrachten: Die Gesellschaft schafft eine soziale Wirklichkeit und wir nutzen Sprache, um diese Wirklichkeit darzustellen. Das kann jedoch auch bedeuten: Wenn etwas in der Sprache nicht vorkommt, existiert es in der sozialen Wirklichkeit nicht.

Wenn also zum Beispiel in einem Text über verschiedene Berufe nur die männliche Form erscheint, sind weibliche und nichtbinäre Personen sprachlich ausgeschlossen. Nun ließe sich einwenden: “Aber es sind doch alle damit gemeint.” Das mag zwar stimmen, doch es ist ein Unterschied, ob man als sprechende Person etwas meint, oder ob man als angesprochene Person das auch so empfindet. Eine Forschungsgruppe der Freien Universität zu Berlin hat nachgewiesen, dass Schulkinder, Jungen und Mädchen, sich beim Lesen von gendersensiblen Berufsbezeichnungen viel eher vorstellen können, einen „typisch männlichen“ Beruf zu wählen, als bei generisch maskulinen Berufsbezeichnungen. Diese und viele weitere Studien zeigen, wie wichtig es ist, die Vielfalt von Geschlechtern in der Sprache zu repräsentieren. Indem wir also alle Geschlechter gleichberechtigt ansprechen, können wir Stereotype abbauen und die Gleichstellung unterstützen.

Wie wir bei GPE gendersensible Sprache nutzen

Bleibt noch die Frage, wie wir gendern. Dafür haben wir einen Leitfaden erarbeitet, der allen Mitarbeitenden als Orientierung dient. Zwei sprachliche Neuerungen sind hier besonders wichtig: Zum einen verwenden wir anstelle des generischen Maskulinums dort, wo dies möglich ist, die neutrale Genderform. Aus Mitarbeitern werden also Mitarbeitende. Wo das nicht möglich ist, nutzen wir Doppelpunkte als generelle Genderzeichen. Aus Leser wird also zum Beispiel Leser:in. Der Doppelpunkt hat drei entscheidende Vorteile gegenüber anderen Formen des Genderns: Erstens bezieht der Doppelpunkt alle Gender mit ein – also nicht nur das weibliche und männliche Geschlecht. Zweitens können Doppelpunkte auch bei barrierefreier Nutzung, also zum Beispiel bei Vorleseprogrammen, die entstehende Pause mitlesen. Und drittens stört die Nutzung des Doppelpunktes nicht den Lesefluss. Wie es sich für Regeln gehört, gibt es natürlich Ausnahmen – zum Beispiel bei traditionellen Begrüßungsformeln (“Sehr geehrte Damen und Herren”) und zusammengesetzten (Fach-)Begriffen (“Kundennummer”).

Die Debatte um das Gendern in der deutschen Sprache ist noch längst nicht abgeschlossen, und auch wir lernen stetig dazu. Argumente wie die Angst um die Schönheit der Sprache oder eine falsche Prioritätensetzung in der Gleichstellungsdebatte sind berechtigt und sollten konstruktiv diskutiert werden. Bei Green Planet Energy haben wir uns jedoch entschieden, in dieser Frage klar Stellung zu beziehen. Durch einen reflektierten Sprachgebrauch wollen wir gewährleisten, dass alle Personen, unabhängig von ihrem Geschlecht, wertgeschätzt werden und in den Diskurs einbezogen sind. Damit möchten wir zur Gleichberechtigung aller Geschlechter beitragen.