Werksstudentin Cora Sacher.
Werksstudentin Cora Sacher. Foto: Max Heukeshoven

Die Energiewende aktiv zu unterstützen – das war für die Studentin Cora Sacher der Hauptgrund, sich bei Green Planet Energy zu bewerben. Dazu gehörte aber auch ihre „klimapolitische Vergangenheit“ in Süddeutschland, wo sie regionale Greenpeace-Gruppen und „Fridays for Future“ unterstützt hatte. So kam die gebürtige Schwarzwälderin im März 2021 als Werkstudentin zur Ökoenergiegenossenschaft. 

Der Wechsel aus ihrer sonnenverwöhnten Heimat in den rauen Norden fiel ihr anfangs nicht leicht. Doch den hatte sie da schon hinter sich, weil sie bereits im Herbst 2019 an der Universität Hamburg ihr Master-Studium begonnen hatte: „Interdisziplinäre Public- und Non-Profit-Studien“, angesiedelt im Bereich Sozialökonomie. Zuvor hatte sie in Heidelberg Soziologie studiert, „um die Gesellschaft besser zu verstehen“, wie sie sagt. Politische Bewegungen und deren Organisationsstrukturen interessieren sie besonders.

Dieses Interesse führte sie schon 2018 für ein dreimonatiges Praktikum nach Hamburg – in die Zentrale der Umweltschutzorganisation Greenpeace e. V. Dort unterstützte sie die Koordination der Ehrenamtlichen-Arbeit und kam auf diese Weise mit den verschiedenen Themenbereichen von Greenpeace in Kontakt. Zum Beispiel im Rahmen der Meeres-Kampagne mit der Verschmutzung der Ozeane und den gravierenden Schäden, die Plastikmüll im Lebensraum von Walen und vielen anderen Tieren anrichtet.

Nachhaltigkeit als Studien-Schwerpunkt

Als ein Greenpeace-Team sich mit dem Schiff auf den Weg machte, um die Schäden zu dokumentieren, gehörte die Planung der Schiffsroute und die Suche nach geeigneten Stellen für die Proben-Entnahmen mit zu den Aufgaben ihres Praktikums. „Das war alles super-spannend,“ erinnert sie sich. „Und es hat mich nicht mehr losgelassen.“

Sie beschloss, sich auf NGOs und Nachhaltigkeit zu spezialisieren und wählte die Zielgruppen-Ansprache bei Greenpeace als Schwerpunkt ihrer Bachelor-Arbeit. „Dafür habe ich untersucht, welche potenziellen Spender:innen-Gruppen für die Umweltschutzorganisation besonders interessant sind – die sogenannten Sinus-Milieus“, erklärt sie. „Und wie sich aktiv Fördermitglieder gewinnen lassen.“

Von Greenpeace zu Green Planet Energy

Ausgleich von der Kopfarbeit findet sie beim Yoga oder Tanzen, erzählt sie. Seit dem Frühjahr 2021 hat sie als Werkstudentin den Bereich Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy (damals noch Greenpeace Energy) unterstützt. Während dieser Zeit schrieb sie bei uns auch ihre Masterarbeit zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie. Dabei untersuchte die rund 20 Anwendungsfelder (Zertifizierungs-Richtlinien) in der Praxis der Ökoenergiegenossenschaft.

Nach fast zwei Jahren beginnt nun eine neue Phase für Cora Sacher: Die ehemalige Werkstudentin tritt im Februar 2023 eine Stelle als stellvertretende Bereichsleiterin beim Deutschen Roten Kreuz in Hamburg Altona und Mitte an. Dem sozialen und gemeinnützigen Bereich bleibt sie damit treu, auch wenn sie inhaltlich etwas ganz Anderes erwartet: „Ich werde vor allem mit Geflüchteten arbeiten. Und mich jetzt erstmal um die Eingliederung von Ukrainer:innen kümmern.“

Sie verlasse Green Planet Energy „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt sie, als sie sich mit einem selbst gebackenem Kuchen von ihren Kolleginnen und Kollegen verabschiedet. Keine Schwarzwälder Kirschtorte, sondern ein leckerer veganer Schokokuchen.

Porträtfoto Cora Sacher von Max Heukeshoven.