Tanks mit Flüssiggas
Flüssiggas (LNG) ist teuer und belastet Klima und Umwelt - (c) iStock / Chunyip Wong

Wie steht Green Planet Energy zur Alternative Flüssiggas (LNG)? – Das ist eine der Fragen, die uns unsere Kund:innen in den vergangenen Wochen gestellt haben. In diesem dritten Teil unserer Blogserie zum Thema Gasversorgung widmen wir uns den ökologischen und wirtschaftlichen Faktoren, die aus unserer Sicht gegen die Nutzung von LNG sprechen.

Die deutsche Politik hat sich das sehr ambitionierte Ziel gesetzt, für den deutschen Gasmarkt neue Quellen zu erschließen, mit denen sich Lieferungen von fossilem Gas aus Russland bis zum Sommer 2024 komplett ersetzen ließen. Dabei wären die derzeit oft genannten Flüssiggas- bzw. LNG-Importe (LNG: Liquefied Natural Gas) mit Blick auf deren Belastung für das Klima besonders problematisch. Zudem herrschen auch in einigen der LNG-Lieferländer politische Missstände. Die Lage der Menschenrechte etwa in Katar, einem der Hauptlieferanten von flüssigem Erdgas, ist ausgesprochen desolat. 

Außerdem ist nicht sicher, wie schnell die notwendige LNG-Infrastruktur in Deutschland verfügbar sein wird. Das in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein geplante LNG-Terminal wird frühestens 2025 in Betrieb gehen. Der niedersächsische Energieminister Olaf Lies (SPD) ist zwar optimistisch, dass über Wilhelmshaven bereits Ende 2022 LNG importiert werden könne. Doch mehrere Umweltverbände haben bereits darauf hingewiesen, dass man die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mit dem Ausbau einer LNG-Infrastruktur zementiere und haben deshalb Widerstand gegen den Bau angekündigt. Klagen gegen den Bau der Terminals könnten deren Verwirklichung weiter verzögern.

Sind schwimmende Terminals als Übergangslösung sinnvoll?

Die aktuell ins Auge gefasste Übergangslösung, die schwimmende Terminals vorsieht, geht mit noch größeren CO2-Belastungen einher und ist gleichzeitig teurer als stationäre Terminals. Denn um das verflüssigte fossile Gas auf diesen schwimmenden Terminals zu erwärmen, damit es ins Gasnetz eingespeist werden kann, werden Gasbrenner genutzt. Bei stationären Anlagen lässt sich immerhin die Abwärme von Industrieanlagen zur sogenannten Regasifizierung nutzen.

LNG aus den USA, dem zweitgrößten Exporteur des flüssigen Gases, wird überdies in der Regel unter Einsatz von Fracking gefördert. Wir lehnen Fracking als Fördermethode für Erdgas generell ab, da sie insgesamt unsicher ist und große Umweltschäden zur Folge hat. Hinzu kommen hohe Umwandlungsverluste beim Verflüssigen, also dem Kühlen des Gases auf extrem niedrige Temperatur. Flüssiggas ist insgesamt also als keine gute Alternative zu betrachten.

In Gesprächen mit unseren Gaslieferanten haben wir diese immer wieder darauf hingewiesen, dass wir kein per Fracking gewonnenes Gas für unsere Kund:innen beschaffen wollen. Trotzdem gibt es leider bis heute keine Marktregularien, die bei Gasprodukten eine klare und verpflichtende Nachverfolgbarkeit des Gas-Ursprungs ermöglichen. Das ist schlecht für die Verbraucher:innen und auch für uns als Anbieter ist es ein höchst unbefriedigender Zustand. Für uns ist dies ein weiterer Motivationsgrund dafür, so schnell wie möglich einen kompletten Erdgas-Ausstieg bei unseren proWindgas-Tarifen zu vollziehen. Diese sollen bis spätestens 2027 komplett frei von fossilem Gas sein. 

Im vorigen Beitrag haben wir die Frage beantwortet, aus welchen Quellen das Gas stammt, mit dem Green Planet Energy seine Kund:innen beliefert.