Leidenschaft für Technik und Klimaschutz

167

„Wir lieben Antriebstechnik“ – mit diesem Motto wirbt das vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen Jenaer Antriebstechnik in Thüringen. Die rund 200 Mitarbeiter verbindet eine „Leidenschaft für Präzision“. Ein Herz für die Natur und den Klimaschutz haben sie auch.

„In unserem Neubau verwenden wir keine fossilen Brennstoffe“, sagt Claus Pfitzner, Elektroingenieur und Teamleiter technische Dienste bei der Jenaer Antriebstechnik GmbH (JAT). Das Unternehmen ist ein Spezialist für Servokomponenten und komplexe Antriebssysteme für Sonder-Maschinen, z. B. für die Halbleiter- und die Laserindustrie, aber auch in der Medizintechnik. Auf die Frage, wo man diesen Komponenten möglicherweise im Alltag begegnen kann, erklärt der Teamleiter: „Den komplexen mechatronischen Bewegungssystemen begegnet man eher selten. Dafür aber vielen Produkten, die damit von der Industrie hergestellt werden: Von der Leiterplatte eines Smartphones bis zum Solarpanel. Die Produktion dieser Dinge erfolgt in mehrstufigen Prozessen im Mikrometer-Bereich. Das heißt, auf ein Tausendstel Millimeter genau.“

Prima Klima ohne Klimaanlage

Ihren Strom beziehen sie von Green Planet Energy. Außer dem üblichen Einsatz des Ökostroms im Gebäude betreiben sie damit unter anderem eine Pumpe. Diese befördert das im Boden gesammelte Drainagewasser auf die Gründächer, um die darunter liegenden Hallen zu kühlen. Die flachen Dächer der Hallen sind zwar schon seit längerem begrünt, aber bei Hitze wurde es darunter dennoch zu heiß. Während wir telefonieren, frage ich Claus Pfitzner, welche Temperatur gerade in Jena herrscht? „Also, das Thermometer hier zeigt eine Außentemperatur 36 Grad im Schatten“, antwortet er. „Drinnen sind es trotzdem angenehme 22 Grad, ganz ohne Klimaanlage.“

CO2-neutrales Gebäude der Jenaer Antriebstechnik
CO2-neutrales Gebäude der Jenaer Antriebstechnik (JAT)

Die Firma unterstützt die Klima- und Mobilitätswende

Seit dem Einsatz der Gründach-Bewässerung haben sie ein hervorragendes Raumklima. „Die kühlende Wirkung konnten wir sogar mit Hilfe einer Wärmebild-Kamera nachweisen“, erklärt Pfitzner. „Das liegt an der Verdunstungskälte.“ Und das Wasser ist aufgrund einer geologischen Besonderheit – einer wasserleitenden Schicht – ohnehin vorhanden. Der Strom von Green Planet Energy wird auch für die Elektrowagen der Firma gebraucht. Den effizienten Umgang regelt ein Lademanagement-System, also eine intelligente Steuerung, die den Gesamtstrom der Einspeisung misst. Das System steuert die Ladepunkte, so dass die Abnahmeleistung nicht überschritten wird. Die Nutzung von Erdwärme und der Betrieb einer Wärmepumpe tragen ebenfalls dazu bei, den eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Der nächste Schritt wird eine Solarstrom-Anlage sein.

Technik und Tiere

„Die Antriebsgefährten“ nennt sich der firmeneigene Mitarbeiterverein, dessen Mitglieder auf dem Betriebsgelände Obstbäume gepflanzt haben. Einige Mitarbeiter halten dort Bienen. „Wir erzeugen unseren eigenen Firmenhonig“, erzählt Pfitzner stolz. „Auf dem begrünten Hallendach summt und brummt es. Die Bienen haben hier reichlich zu tun.“

Pfitzner selbst imkert zwar nicht, dafür besitzt er privat Hühner. Der Geschäftsführer auch. Von daher war für sie und andere Mitglieder des Vereins der Gedanke naheliegend, auf der zum Betriebsgelände gehörenden Wiese ebenfalls Hühner zu halten. Schon bald sollen sie dort also frei herumlaufen können. Und ein Stall zum Schutz der Tiere in der Nacht, wenn Fuchs und Marder umherstreifen, ist auch schon geplant.

Summende Untermieter
Summende Untermieter auf dem Firmengelände von JAT. (c) Fotos: JAT