„Junge Schachteln“ – nachhaltig hergestellt

177
"Junge Schachteln"-Geschäftsfüherinnen Maren und Laura Grondey

Zu ihrem Betriebsgelände gehören auch eine Blumenwiese und Obstbäume: verschiedene Apfelsorten plus Birne, Kirsche und Pflaume. Das war eine bewusste Entscheidung, erzählt Maren Grondey, Geschäftsführerin des klimaneutralen Unternehmens Siemer Verpackungen, damit sie bedrohten Wildbienen ein Nahrungsangebot machen können. Und: Was im Frühjahr dort blüht, trägt im Herbst reife Frucht.

All dies machen ihre Schwester Laura und sie, ergänzt Maren Grondey, weil ihnen Nachhaltigkeit wichtig sei – „für unsere Firma ebenso wie privat“. Das beginnt mit den Produkten, die nachhaltig hergestellt werden. Es geht weiter mit Energie sparen und 100 Prozent Ökostrom von Green Planet Energy bis hin zu insektenfreundlichen Grünanlagen und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Auf letzteres legt Grondey, die das Unternehmen im niedersächsischen Ronnenberg gemeinsam mit ihrer Schwester Laura leitet, großen Wert. Zur Firmenphilosophie gehöre eben auch, dass ihre 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern zur Arbeit kommen: „Eine gute Stimmung im Betrieb ist wichtiger als den Umsatz zu steigern.“

In vierter Generation im Familienbesitz

Als die Schwestern das Unternehmen im Jahr 2011 von ihrer Mutter übernahmen, begannen sie Schritt für Schritt, die Herstellung von beispielsweise Faltschachteln, Aufstellern, Mappen, Theken-Displays oder Mailings auf eine umweltfreundliche Produktion umzustellen. Kunststoffverpackungen ersetzen sie möglichst durch mit dem Waldschutz-Siegel FSC zertifizierten Karton. Die von ihnen hergestellten Recyclingpapier-Produkte sind sehr gefragt; zu den Kunden zählen viele Start-ups oder Unternehmen aus der Biobranche. Gern genommen wird brauner recycelter Karton. Nachhaltige Lösungen sind oft auch günstiger, weiß Grondey aus Erfahrung. Inzwischen ist die Firma mit dem Namenszusatz „Junge Schachteln“ und fünf Millionen Euro Umsatz schon in vierter Generation in Familienhand. Gegründet wurde sie 1906 von ihrem Urgroßvater Ernst Siemer.

Eine Auswahl an nachhaltig hergestellten Schachteln. (c) Fotos von Siemer Verpackungen/Junge Schachteln

Die Verantwortung von Unternehmen für den Klimaschutz

Was den Energieverbrauch und den Schutz des Klimas angeht, haben „Unternehmerinnen und Unternehmer eine große Verantwortung“, sagt Grondey. „Die Politik allein wird es nicht richten.“ Jeder sollte sich fragen, wie die Nutzung von Energie vermieden, reduziert oder kompensiert werden kann, findet sie. Außerdem solle die genutzte Energie möglichst nicht auf fossilen Brennstoffen beruhen. Für die Geschäftsführerin gibt es deshalb „keine Alternative“ zu Green Planet Energy. Ihr gefalle „der Spirit“ der Hamburger Genossenschaft, deren Mitglied sie selbst auch ist. Ein anonymer, großer Energieversorger mit einem Grünstrom-Segment käme für sie nicht in Frage.

Naturnahe Gestaltung des Betriebsgeländes

Maren Grondeys schon seit längerem gehegter Wunsch nach freilaufenden „Betriebshühnern“, konnte bislang zwar noch nicht erfüllt werden, weil es derzeit niemanden gibt, der sich hinreichend um die Tiere kümmern kann. Dafür sind jetzt erstmal kleinere Vertreter der Fauna dran: Eine Mitarbeiterin, die auch Tischlerin ist, baut gerade ein Insektenhotel.