Am 22. August 2009 ging es los: eine Gruppe von Künstler:innen machte sich für das Hamburger Gängeviertel stark, um gegen dessen Verfall und Abriss zu kämpfen – und so einen Raum für Neues entstehen zu lassen. Seitdem kamen zehntausende Gäste aus aller Welt in das Vergnügen von Ausstellungen, Konzerten, Partys, Diskussionen und Lesungen. Greenpeace Energy liefert dafür die Energie – seit Jahren schon.

Zu verdanken ist das 200 Künstler:innen, die für den Erhalt der Häuser kämpften.

Einst erstreckte sich in Hamburg ein dicht bewohntes Arbeiter:innenviertel vom Hafen bis in die Innenstadt. Wegen seiner engen Gänge hieß es „Gängeviertel“. Nach und nach wurde es von Gebäuden geschluckt, in denen keine Arbeiter:innenfamilien mehr wohnten. Nur ein winziger, von Bürotürmen umzingelter Teil leistet Widerstand.

„Das war die Sahneschnitte der Stadt, und die Verantwortlichen wollten sie vergammeln lassen“, sagt Christine Ebeling. Die Künstlerin kennt den Häutungsprozess der Stadt aus eigener Erfahrung – 2009 wurde ihre WG vor die Tür gesetzt. Damals fiel ihr Blick auf den letzten Rest des Gängeviertels, in dem einige von ihnen in einem Atelier arbeiteten. „Wir fragten uns: Warum steht hier alles leer? Das ist ein Skandal.“ Sie luden Kultur, Politik und Stadtentwicklung ein, um die Zukunft dieses letzten Restes zu diskutieren.

„Im ersten Winter haben wir richtig gefroren, da gab‘s noch kein Greenpeace Energy“, erzählt sie lachend. Seit sechs Jahren versorgt die Energiegenossenschaft das Viertel mit Öko-Strom. Zur Förderung der Kreativszene zahlt Greenpeace Energy für jede verkaufte Kilowattstunde einen festen Betrag ans Hamburger Clubkombinat, den Verband der Partymacher:innen. Für das Gängeviertel ist das auch eine Selbstermächtigung zum Engagement gegen die Marktriesen. „Wir wollen unser Geld nicht Energiekonzernen in den Rachen werfen“, sagt Ebeling.

Apropos Riesen: Das Gängeviertel war ursprünglich in städtischem Besitz, der niederländische Investor Hanzevast hatte aber bereits seine Hand ausgestreckt und wollte 80 Prozent der Häuser abreißen. „Da kamen wir auf die Idee der Besetzung.“ Die Vision: Ein offener Ort. Und damit auch ein Ort, an dem nach wie vor Kunst, Kultur und Gesprächen, genauso wie Ateliers und sozialen Projekten Raum gegeben wird. „Darum haben wir die Türen aufgemacht für ein riesiges Fest der Kunst und Kultur“, erzählt Ebeling. Wochenlang bereiteten sie das mit rund 200 Leuten heimlich vor, verlegten Kabel, flickten Löcher in Wänden, sicherten Treppen. Ihrem Aufruf „Komm in die Gänge“ folgten zum Ausstellungstag Tausende. Nur eine Gruppe kam nicht: die Polizei. „Wir hatten nicht damit gerechnet, mehr als 24 Stunden geduldet zu werden“, erzählt Ebeling.

Der Kultursommer im Gängeviertel

Nun sind sie es seit zwölf Jahren, und die Zukunft ist per Erbbauvertrag mit der Gängeviertel-Genossenschaft seit Juni 2021 gesichert. Das Viertel hat während der Coronakrise durch staatliche Hilfen überlebt – nun geht es mit einem ganz besonderen kulturellen Programm weiter: von Freitag, den 20. August bis Sonntag, den 22. August wird unter dem Motto „Access All Spaces“ Geburtstag gefeiert!

Mehr Info: Das gesamte Programm findet sich auf das-gaengeviertel.info

Mehr zur Genossenschaft: gaengeviertel-eg.de